Zoll – ABC

Das Zoll – ABC soll eine Ansammlung wichtiger Zollbegriffe und deren Erläuterung sein.

Über Informationen bezüglich fehlender Begriffe würde ich mich sehr freuen.

In der heutigen Veröffentlichung starte ich mit allen Begriffen, die mir eingefallen sind, mit A.

Ausfuhrbegleitdokument (ABD)

Nach Abgabe der elektronisch übermittelten Ausfuhranmeldung, wird die Ware von der Ausfuhrzollstelle überlassen. Sobald dieser Status eingetroffen ist, erhält der Ausführer automatisch das Ausfuhrbegleitdokument. Ohne das ABD darf die Ware nicht exportiert werden. Das ABD muss an der Ausgangszollstelle vorgelegt werden, so dass die Ausfuhr vollständig abgeschlossen wird.

Ausgangsvermerk (AGV)

Elektronisch übermittelte Bestätigung der Ausgangszollstelle, dass der Ausfuhrvorgang abgeschlossen wurden. Mit Erhalt des AGV´s wird das Ausfuhrverfahren zoll- und umsatzsteuerrechtlich abgeschlossen. D. h. Der AGV kann als Nachweis für die Umsatzsteuer herangezogen werden.

Allgemeine Ausfuhrgenehmigung

Sonderform von Ausfuhrgenehmigungen, für die kein Antrag beim BAFA gestellt werden muss. Die Anwendung ist von bestimmten Kriterien anhängig (bspw. Art und Verwendungszweck der Güter, Bestimmungsland) und Bedarf einer Registrierung beim BAFA.

Anschreibeverfahren

Zollseitig bewilligte Vereinfachung im Ausfuhrverfahren. Die Ausfuhrformalitäten gegenüber der Ausfuhrzollstelle können in den Geschäftsräumen des Ausführers (oder den zugelassenen Verladeorten) durch buchmäßige Erfassung (Anschreibung) der Ausfuhrlieferungen erfolgen. Die bewilligten Waren sind von der Anzeigepflicht gegenüber der Ausfuhrzollstelle befreit.

ATLAS

ATLAS bedeutet, Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem. Darunter versteht man das aktuelle IT-Verfahren, dass eine automatisierte Abfertigung und Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs gewährleistet.

A.TR

Die Warenverkehrsbescheinigung gewährt einen zollfreien Warenverkehr innerhalb der Zollunion zwischen der EU und der Türkei. Die A.TR wird deshalb auch Freiverkehrsschein genannt.

Ausfuhr

Das Verbringen von Gemeinschaftswaren (Waren des zollrechtlich freien Verkehrs) aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft in fremde Wirtschaftsgebiete.

Ausfuhranmeldung

Zollanmeldung für Ausfuhrwaren, die elektronisch (ATLAS) an die Ausfuhrzollstelle abgegeben werden muss.

Ausfuhrgenehmigung

Genehmigung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die Durchführung von Ausfuhren in Länder außerhalb des Zollgebiets der EU, die Verboten und Beschränkungen aufgrund der einschlägigen Rechtsvorschriften unterliegen (bezogen auf Güter, Länder und Personen).

Ausführer

Zollrechtlicher Status der Person, in deren Namen die Ausfuhranmeldung abgegeben wird und die zum Zeitpunkt der Anmeldung Vertragspartner des Empfängers im Drittland ist. Zudem muss der Ausführer befugt sein über das Verbringen der Ware an einen Bestimmungsort außerhalb des Zollgebietes zu bestimmen.

Ausfuhrkontrolle

Im Rahmen der Ausfuhrkontrolle ist es zu prüfen, ob die Ausfuhr oder Verbringung eines Gutes oder eines Services genehmigungspflichtig und genehmigungsfähig ist.

Ausfuhrliste

Güterliste, die als Anlage zur Außenwirtschaftsverordnung den Umfang der nationalen Genehmigungspflichten für Rüstungsgüter und Güter mit doppeltem Verwendungszwecke „Dual-Use“-Güter) regelt.

Ausfuhrverfahren

Zollverfahren des Unionszollkodex (UZK) für das Verbringen von Gemeinschaftswaren aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft in fremde Wirtschaftsgebiete unter Einhaltung von Förmlichkeiten gegenüber der Zollverwaltung.

Ausfuhrzollstelle

Zuständiges (Binnen-) Zollamt des Ausführers oder dessen zollrechtlichen Vertreters und ggf. weiterer in die Geschäftsvorfälle eingebunden zugelassenen Verpackungs- und Verladeorte.

Ausgangszollstelle

Grenzzollstelle auf dem Zollgebiet der Gemeinschaft, über die die Ausfuhrwaren in fremde Wirtschaftsgebiete verbracht werden.

Außenwirtschaft

Die Außenwirtschaft umfasst den grenzüberschreitenden Handel eines Landes. D. h. es beinhaltet den Im- und Export, sowie Dienstleistungen und den Kapitalverkehr.

Außenwirtschaftsrecht

Grundsätzlich ist der Warenverkehr zwischen den einzelnen Ländern frei. Nichtsdestotrotz beinhaltet das Außenwirtschaftsrecht zahlreiche Vorschriften, die sich mit der Sicherheit innerhalb der Außenpolitik, der Wirtschaftspolitik und mit der Handelspolitik beschäftigt.

Außenwirtschaftsgesetz (AWG) und Außenwirtschaftsverordnung (AWV)

Innerhalb des AWG und des AWV finden Sie die wichtigsten nationalen Vorschriften für die Außenwirtschaft.

Air Waybill (AWB)

Luftfrachtbrief. Der Luftfrachtbrief beinhaltet alle übermittelten Produkte/Waren, die per Luftfracht transportiert wurden. Der Frachtbrief kann als Nachweis für UST (Umsatzsteuerzwecke) herangezogen werden.

Dual-Use-Güter

Güter und Technologien, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke Anwendung finden können und einer Genehmigungspflicht unterliegen. Die Güter sind in der sog. EG-Dual-Use-Verordnung gelistet.

EFTA (European Free Trade Association

Europäische Freihandelzone, die folgende Mitglieder beinhaltet: Island, Norwegen, Schweiz und Lichtenstein.

EG-Dual-Use-Verordnung

EG-Verordnung Nr. 428/2009, die Genehmigungspflichten für Güter und Technologien mit doppeltem Verwendungszweck (siehe Dual-Use-Güter) regelt. Die Güter sind in einer Güterliste als Anhang zur Verordnung aufgelistet. Der Anhang ist nahezu identisch mit Teil 1 Abschnitt C der deutschen Ausfuhrliste.

Embargos

Verbote und Beschränkungen im Außenwirtschaftsverkehr, bezogen auf bestimmte Länder oder Personen, ggf. i.V.m. definierten sanktionierten Wirtschaftsbereichen oder Gütern.

Verbringungsgenehmigung

Genehmigung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über die Durchführung von innergemeinschaftlichen Lieferungen in EU-Mitgliedsstaaten aufgrund der einschlägigen Rechtsvorschriften unterliegen (in der Regel bezogen auf gelistete Güter).

Verladeort

Ort (Lager) an dem die Ware verpackt und zum Versand dem abholenden Spediteur bereit gestellt wird.

Zollrechtlicher Vertreter

Eine durch den Ausführer schriftlich bevollmächtigte Person, die die Förmlichkeiten des Ausfuhrverfahrens gegenüber der Ausfuhrzollstelle im Namen des Ausführers durchführt („direktes“ Vertretungsverhältnis gem. Art. 5 ZK).

Zollbeschau

Gestellung der Ausfuhrwaren zur Beschau bei der zuständigen Ausfuhrzollstelle oder (auf Antrag) an weiteren zugelassenen Verpackungs- und Verladeorten.

Zugelassene Verpackungs- oder Verladeorte

In der Bewilligung zum vereinfachten Ausfuhrverfahren genannte Orte, an denen die gewährten Vereinfachungen im Anschreibeverfahren bei der Ausfuhr von Waren angewendet werden dürfen.

Zugelassener Ausführer

Vereinfachtes Zollverfahren mit teilweiser Befreiung von Zollformalitäten gegenüber den eingebundenen Zollstellen gem. den Auflagen der diesem Verfahren zugrunde liegenden Bewilligung des Hauptzollamtes.

 

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